Überörtliche Gemeinschaft (GbR) für diagnostische
und interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin
DIRANUK

19.08.2014

Ein „fossiler“ Patient

Bild links: Sönke Simonsen

Kürzlich erreichte die Praxis DIRANUK eine ungewöhnliche Anfrage. Sönke Simonsen aus Bielefeld Jöllenbeck, Fossiliensammler und Herausgeber der Fossilienzeitschrift „Der Steinkern“ wollte gerne eines seiner Fundstücke im Computertomographen (CT) untersuchen lassen. Er vermutete in dem vorwiegend aus Kalkstein bestehenden Gesteinsstück mehrere Haifischzähne aus der Jura-Epoche. Die Neugier bei DIRANUK war geweckt und so kamen während der Untersuchung erstaunliche Ergebnisse ans Licht.

Herr Simonsen hatte bei einer Südengland-Exkursion Anfang April 2014 am Golden Cap in Dorset einen seltenen Fund gemacht. In ca. 185 Millionen Jahre alten Schichten fand er eine Kalkmergelknolle mit mehreren am Rand liegenden Haifischzähnen von Hybodus (ausgestorbener urzeitlicher Hai). Seine Vermutung war, dass sich im Inneren des Steins weitere Zähne befinden könnten. Ein derartiger Fund wäre für den begeisterten Fossilienforscher eine kleine Sensation, denn: Während 15 Jahren Sammeltätigkeit hatte er bisher nicht einen einzigen Zahn dieses seltenen Jura-Haies gefunden. Für die notwendige Fossilpräparation war im Vorfeld die Fragestellung wichtig, ob noch weitere Zähne im Gestein verborgen liegen würden. Der „fossile Patient“ (ca. 25 x 18 cm groß) kam also zu DIRANUK und wurde im CT untersucht. Das Ergebnis war erstaunlich: Der Stein enthält ein zerfallenes Hybodus-Gebiss. Sönke Simonsen und die „behandelnden Ärzte“ waren über die seltene paläontologische Entdeckung begeistert. Herr Simonsen meldete den Fund ordnungsgemäß und kann sich nunmehr mit der aufwändigen Fossilpräparation befassen, um die wertvollen Haifischzähne freizulegen. Mühevoll muss dann Gesteinspartikel für Gesteinspartikel entfernt werden, damit die Zähne eventuell irgendwann in einem Museum ausgestellt werden können. Die DIRANUK gratuliert Herrn Simonsen zu dieser einzigartigen Entdeckung!
Erfahren Sie mehr über die interessante Arbeit von Sönke Simonsen auf www.steinkern.de