Überörtliche Gemeinschaft (GbR) für diagnostische
und interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin
DIRANUK

MR mit ICD/HSM

Was ist eine MR-Untersuchung für Patienten mit ICD/HSM?

Lange Zeit war eine MRT-Untersuchung für Träger von Herzschrittmachern (HSM) und Defibrillatoren (ICD) nicht möglich. Die starken Magnetfelder des MRT-Gerätes können herkömmliche Implantate beeinflussen und die Sicherheit des Patienten gefährden. Nachdem aber bereits vor ein paar Jahren die ersten MRT-tauglichen Herzschrittmacher entwickelt wurden, gibt es nun auch MRT-fähige Defibrillatoren.

Entscheidende Voraussetzung für eine Untersuchung von Implantatträgern: Ein Kardiologe muss das Aggregat individuell direkt vor der Untersuchung einstellen und sofort nach der Untersuchung die unveränderte Funktionsfähigkeit gewährleisten. Die Vitalfunktionen des Patienten werden während der Untersuchung kontinuierliche überwacht. Die ständige Bereitschaft eines Kardiologen und eines Radiologen muss gewährleistet sein.

Erfahren Sie hier mehr zur Magnetresonanztomographie.

Wann wird die MR-Untersuchung für Patienten mit ICD/HSM angewandt?

Für die MRT-Untersuchung bei Patienten mit ICD/HSM sind eine strenge Indikationsstellung sowie eine Abwägung von alternativen Bildgebungstechniken erforderlich. Voraussetzung ist u.a. dass der Patient kein herkömmliches Implantat trägt, sondern einen MRT-tauglich zertifizierten Defibrillator oder Herzschrittmacher mit ebenfalls MRT-geeigneten Sonden.

Die MRT-Untersuchung für Patienten mit ICD/HSM ist an weitere Bedingungen geknüpft:

  • Es dürfen keine weiteren kardiologischen Implantate wie z.B. stillgelegte Elektroden im Brustkorb vorhanden sein.
  • Der Herzschrittmacher bzw. der Defibrillator muss bestimmte Prüfwerte erfüllen (z. B. Reizschwelle, Elektrodenimpedanz, Ladezustand der Batterie)
  • Für die Untersuchung ist eine enge Abstimmung von Kardiologen und Radiologen erforderlich. Während der Untersuchung erfolgt eine kontinuierliche Überwachung durch dafür qualifiziertes Fachpersonal, eine entsprechende Notfallausrüstung (z. B. externer Defibrillator, Notfallmedikamente usw.) muss vorhanden sein.
  • Es müssen mindestens 6 Wochen seit der Implantation bzw. Sondenrevision vergangen sein.
  • Gegebenenfalls müssen Einschränkungen aufgrund eines unzulässigen MR-Organuntersuchungsbereichs beachtet werden.
  • Das MRT muss konkrete Anforderungen erfüllen: z. B. bestimmte Feldstärke, Grenzen der spezifischen Absorptionsrate.
  • Der Patient muss schriftlich über etwaige Risiken informiert werden.

Einen ersten Hinweis auf die MRT-Tauglichkeit Ihres Herzimplantates finden Patienten in Ihrem Herzschrittmacher- oder Defibrillator-Ausweis. Sollte Ihrerseits Unklarheit bestehen, ob das Aggregat einschließlich der Sonde(n) MRT-tauglich ist, klären wir dies abschließend mit dem Hersteller. Wir haben hierzu ein kompetentes Team aus Radiologen, Kardiologen und Medizinphysik-Experten gebildet.

Wie wird die MR-Untersuchung für Patienten mit ICD/HSM durchgeführt?

Vor der ambulanten Untersuchung wird genau geprüft, ob der Implantat-Träger alle Bedingungen erfüllt, damit er im MRT untersucht werden kann. Voraussetzung ist auch, dass eine Überweisung vorliegt. Am Untersuchungstag wird das Implantat unmittelbar vor der Magnetresonanztomographie entsprechend umprogrammiert: Bei Defibrillatoren wird die Rhythmusüberwachung des Defibrillators deaktiviert. Herzschrittmacher werden in einen speziellen MRT-Modus versetzt.

Die MRT-Untersuchung wird dann unter Beachtung von Vorgaben des Implantat-Herstellers (z. B. spezifische Absorptionsrate SAR, ggf. Eingrenzung des Organuntersuchungsbereichs) durchgeführt. Je nach Fragestellung wird Ihnen ggf. ein Kontrastmittel injiziert.

Während der gesamten Zeit erfolgt eine kontinuierliche kardiologische Überwachung durch EKG und/oder Pulsoxymetrie (Ermittlung der Sauerstoffsättigung). Eine Notfallausrüstung sowie dafür qualifiziertes Fachpersonal stehen bereit.

Nach der Untersuchung wird geprüft, ob Fehlfunktionen am Implantatsystem aufgetreten sind. Anschließend erfolgt die Reprogrammierung der Implantate zur Wiederherstellung der vollen Funktionalität.

Erfahren Sie hier mehr zur Durchführung einer MRT-Untersuchung.

Was sind die Vorteile der MR-Untersuchung für Patienten mit ICD/HSM in der DIRANUK?

In der Kardio-Diranuk Bad Salzuflen liegen ideale Bedingungen vor, um einen Patienten mit einem MRT-fähigen Defibrillator oder Herzschrittmacher gemäß der erforderlichen Sicherheitsbestimmungen ambulant zu untersuchen. Die Praxis vereint Kardiologen und Radiologen „unter einem Dach“ und stellt damit im ambulanten Bereich eine einmalige Kooperation in Ostwestfalen-Lippe dar.

Mit der Verfügbarkeit eines der leistungsfähigsten 1,5 Tesla Kernspintomographen hat die Praxis die technische Grundlage geschaffen, um eine Untersuchung mit modernen Defibrillatoren und Herzschrittmachern anbieten zu können. Eine derartige Untersuchungsmöglichkeit ist in der Region bisher nur in ausgewählten Kliniken und Herzzentren gegeben.

Bei speziellen diagnostischen Fragestellungen, wie z. B. bestimmten neurologischen Erkrankungen, kann ein 3 Tesla MRT Vorteile gegenüber einem 1,5 Tesla MRT bieten. Vereinzelte Schrittmacher beziehungsweise Defibrillatoren sind auch für 3 Tesla zugelassen. In diesen ausgewählten Fällen besteht die Möglichkeit, die Kernspintomographie im 3 Tesla MRT am Praxissitz Bielefeld Feilenstraße durchzuführen. Unsere Radiologen klären für Sie, welches die optimale Art der Untersuchung ist. Das Kardiologenteam aus Bad Salzuflen unterstützt bei Bedarf die Bielefelder Radiologen.

Erfahren Sie hier mehr zu den Vorteilen einer MRT Untersuchung in der DIRANUK

Was sollte der Patient nach der Untersuchung beachten?

Bei einer MRT-Untersuchung mit Kontrastmittelgabe ist es ratsam, nach der Untersuchung viel zu trinken.
Die Kardiologen der Kardio-Diranuk Bad Salzuflen empfehlen zudem nach ungefähr drei Monaten einen Termin zur Kontrolle des Implantates.