Überörtliche Gemeinschaft (GbR) für diagnostische
und interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin
DIRANUK

MR-Prostata

Was ist eine MR-Prostata Untersuchung?

Zurzeit wird ab dem 40. Lebensjahr folgende Krebsvorsorge empfohlen: digitale-rektale Untersuchung (DRU), transrektaler Ultraschall und die Bestimmung des Tumormarkers PSA im Blut. Die multiparametrische MRT hat sich in den letzten Jahren als viertes ergänzendes Diagnoseverfahren entwickelt und hat eine Nachweisempfindlichkeit von bis zu 85%.

Mit dieser hohen Diagnosequalität liegt die MRT Untersuchung deutlich über den Ergebnissen des Ultraschalls, der Elastographie und der herkömmlichen Stanzbiopsie.

Erfahren Sie hier mehr zur Magnetresonanztomographie.

Wann wird die MR-Prostata Untersuchung angewandt?

Neben der reinen Früherkennungsuntersuchung wird die Magnetresonanztomographie bei folgenden Indikationen durchgeführt:

  • Bei Erhöhung des PSA Wertes vor Stanzbiopsie
  • Bei PSA Wert Erhöhung nach negativer Biopsie
  • Zur Therapieplanung nach positiver Stanzbiopsie
  • Als Verlaufskontrolle bei konservativer Therapie, sog. Active surveillance bzw. watchfull waiting
  • Zur Stadieneinteilung und post-op bei PSA Anstieg.

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Eine entscheidende Rolle spielt bei Prostatakrebs die Früherkennung, denn je eher der Tumor entdeckt und behandelt wird, desto besser die Heilungschancen. Therapieentscheidend ist dabei auch die Einschätzung, wie bösartig der vermutete Tumor ist.

Wie wird die MR-Prostata Untersuchung durchgeführt?

Während der ca. 40-minütigen Untersuchung liegt der Patient auf dem Rücken und ist, bis auf die Hose, normal bekleidet. Zur besseren Darstellung der Prostata wird dem Patienten ein Kontrastmittel injiziert und eine spezielle Spule auf das Becken gelegt. In der DIRANUK wird die Untersuchung nach einem für die multiparametrische MRT entwickelten strukturierten Befundungsschema durchgeführt.

Multiparametrisch bedeutet, dass wir Messungen zur Anatomie, zur Durchblutung und zur Zelldichte durchführen. Diese werden einzeln auf einer Skala von 1–5 bewertet. Der hieraus berechnete Gesamtscore drückt dann die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens eines klinisch relevanten Tumors aus. So kann ggf. eine gezielte Probeentnahme im Gegensatz zur üblichen Stanzbiopsie erfolgen.

Beachten Sie bitte, dass aufgrund des Kontrastmittels in folgenden Fällen ein aktueller Creatinin-Wert zwingend erforderlich ist:

  • Patient älter als 65 Jahre
  • Bekannte eingeschränkte Nierenfunktion vor Lebertransplantation

Für einen reibungslosen und termingerechten Untersuchungsablauf bitten wir daher die Patienten, am Untersuchungstag die entsprechenden Werte mitzubringen, wobei diese nicht älter als drei Monate sein dürfen.

Für GKV-Patienten bestehen Abrechnungsprobleme, da der EBM (Einheitlicher Bewertungsmaßstab) in der Gebührenziffer 34442 als obligatorischen Leistungsinhalt die Darstellung des gesamten Beckens fordert. Bei einer gezielten Untersuchung der Prostata ist dies nicht gegeben, die Leistung somit gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen nicht abrechnungsfähig.
Für den Fall, dass für weitere Beckenorgane keine Untersuchungsindikation besteht, ist das Prostata-MRT für GKV-Patienten eine Selbstzahler- oder individuelle Gesundheitsleistung (IGEL). Analog verfahren auch die radiologischen Praxen unserer Region.

Erfahren Sie hier mehr zur Durchführung einer MRT-Untersuchung.

Was sind die Vorteile der MR-Prostata Untersuchung in der DIRANUK?

Die Prostatauntersuchungen werden ausschließlich an unserem Standort Bielefeld Feilenstraße an einem modernen 3 Tesla MRT durchgeführt. Die hohe Feldstärke des Magneten ermöglicht den Verzicht auf das Einbringen einer speziellen Spule in den Enddarm, um eine hohe Bildqualität zu erzielen. Diese wird bei uns durch eine von außen auf das Becken gelegte Spule sichergestellt.

Die gegenüber den Standardgeräten mit 1,5 Tesla höhere Feldstärke des Magneten gewährleistet in Verbindung mit innovativer Hardware eine exzellente Bildqualität ohne Risiken für die Gesundheit des Patienten.

Ein weiterer Vorteil der modernen Anlage: Der relativ kurze Tunnel des Kernspintomographen der Firma Siemens (MAGNETOM Skyra) ist an den Enden konisch zugeschnitten und wird in Verbindung mit einer Gantryöffnung von 70 cm besonders von Übergewichtigen und von Patienten mit Platzangst als sehr angenehm empfunden.

Zudem werden alle Untersuchungen von zwei erfahrenen Radiologen unabhängig voneinander beurteilt.

Wir führen die Untersuchung nach den ESUR-Leitlinien (Europäische Gesellschaft für Urologische Radiologie) durch und befunden nach einem für die multiparametrische MRT entwickelten strukturierten Befundungsschema (PI-RADS). Diese Vorgehensweise ermöglicht gegebenenfalls eine gezielte Biopsie eines tumorverdächtigen Areales, während die routinemäßig durchgeführten Stanzbiopsien nur etwa 1% des Organes ungezielt abdecken.

Auf dem Gebiet der Prostata MRT arbeitet eine Vielzahl regionaler Kliniken und Praxen kooperativ mit der DIRANUK zusammen. Folglich können die Patienten durch den ständigen interdisziplinären Austausch von einer hohen Expertise des kompetenten Fachpersonals profitieren.

Erfahren Sie hier mehr zu den Vorteilen einer MRT Untersuchung in der DIRANUK

Was sollte der Patient nach der Untersuchung beachten?

Aufgrund des Kontrastmittels sollten Patienten nach der Untersuchung viel trinken.